Archiv der Kategorie ‘Soziales‘

Danke!

Dienstag, den 20. Juli 2010


 
Auf den Blogpost vom 14. Juni zum iPhone-Überfall hat sich bis heute eine Menge getan:

Nachdem mein Tweet über Nacht eine große Solidaritätswelle ausgelöst hat, berichteten sowohl das Bildblog als auch die CHIP über den Vorfall.

Daraufhin bekam ich von Gravis und der Telekom Angebote, mir bei der Neubeschaffung eines iPhones zu helfen, was ich dankend annahm.

Die Solidarität der Twitter-Gemeinschaft ging sogar so weit, dass ein Spendenkonto eingerichtet wurde, damit ich mir ein neues iPhone kaufen kann. Es wurden über 400 € gespendet. Geld, dass man nicht für ein iPhone ausgeben, sondern spenden sollte. Idealerweise an Menschen, die es schlimmer erwischt hat als mich. In Absprache mit den Spendern entschieden wir uns, das Geld an den WEISSEN RING zu spenden.

DANKE AN ALLE SPENDER.

Der WEISSE RING beschreibt sich selbst als die einzige bundesweite Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien. Der gemeinnützige Verein tritt auch öffentlich für die Interessen der Betroffenen ein und unterstützt den Vorbeugungsgedanken.

In den letzten Wochen hatte ich das Glück mit Herrn Schiemann, einem Mitarbeiter der Öffentlichkeitsabteilung des WEISSEN RINGs, ein kurzes Interview über deren Arbeit zu führen:

 

Was sind so die typischen Fälle, mit denen sich Gewaltopfer an Sie wenden?
Schiemann: Typische Fälle gibt es bei uns eigentlich nicht. Jeder Fall hat seine besonderen Facetten. Der WEISSE RING kümmert sich um Opfer von vorsätzlichen Straftaten und deren Angehörige. Keine Einschränkung bezogen auf die Deliktbereiche bedeutet natürlich auch, dass für jeden Fall individuell ein
Hilfsprogramm aufgestellt wird.

Wie helfen Sie denen?
Schiemann: Es wird auf den Einzelfall bezogen individuell aus unserem Hilfsprogramm zusammengestellt. Hier spricht der Betreuer des WEISSEN RINGS mit dem Opfer. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind oft die ersten Menschen, die sich um Kriminalitätsopfer kümmern und mit denen die Betroffenen über ihre Probleme sprechen können. Schon ein Telefongespräch, der Besuch am Krankenbett, die Hilfestellung im Umgang mit den Behörden – einfach das Gefühl, als Opfer einer Straftat nicht „vergessen“ zu sein, können den Betroffenen wieder neuen Mut und Hoffnung geben. Wer Opfer einer Straftat geworden ist, hat oft auch mit Kleinigkeiten des täglichen Lebens zu kämpfen, die plötzlich zu großen Problemen werden können. Hier leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WEISSEN RINGS schnelle und unbürokratische Hilfe dann, wenn sie am nötigsten ist.
Insgesamt sind folgende Maßnahmen denkbar:
Von der persönlichen Betreuung nach der Straftat über Hilfestellungen im Umgang mit den Behörden, Erholungsprogramme, einem Beratungsscheck für die kostenlose Erstberatung bei einem frei gewählten Anwalt, Rechtsschutz, einem Beratungsscheck für eine kostenlose medizinisch-psychologische Erstberatung
bei seelischen Belastungen infolge einer Straftat, Begleitung zu Gerichtsterminen sowie der Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen.
Der WEISSE RING kann zusätzlich zum menschlichen Beistand bedürftigen Opfern und ihren Familien auch durch finanzielle Unterstützungen dabei helfen, tatbedingte Notlagen zu überbrücken. All diese Hilfen werden durch die ehrenamtlichen Kräfte des WEISSEN RINGS vor Ort geleistet.

Was raten Sie jemandem, der gerade eine Gewalterfahrung gemacht hat.
Schiemann: Offen darüber zu sprechen. Wer schweigt hilft den Tätern! Man muss aber auch zu den eigenen Schwächen stehen und Hilfe annehmen. Schwäche nicht im Sinne der körperlichen Unterlegenheit, sondern im Sinne des Verarbeitens der Gewalttat. Hier können Gespräche mit unseren geschulten Mitarbeitern helfen.
Ihren direkten Ansprechpartner finden Sie unter www.weisser-ring.de und unter der für den Anrufer kostenfreien Rufnummer 0800 0800 343.

Wie kann man sich schützen/vorbereiten?
Schiemann: Einen hundertprozentigen Schutz kann es nicht geben. Dessen muss man sich einfach bewusst sein. Jeder kann jederzeit zum Opfer werden. Um so wichtiger ist es für die Gesellschaft diese Menschen nach der Straftat nicht allein zu lassen.
Dennoch gibt es einige Hinweise, wie das Risiko Opfer zu werden gesenkt werden kann. Vom selbstbewussten Auftreten bis zum verschlossen tragen von Geld und Wertsachen. Die Hosentasche oder Handtasche ist kein Tresor!

Warum glauben Sie, ist der WEISSE RING so wenig bekannt? Ist es ein Tabu über erfahrene Gewalt zu reden?
Schiemann: Unser Bekanntheitsgrad nach nunmehr 34 Jahren ist nicht schlecht. Rund zwei Drittel aller Deutschen können unseren Namen richtig einordnen. Der WEISSE RING ist “Die Opferhilfe in Deutschland”. Selbstverständlich ist es nicht leicht über eine an einem selbst verübte Straftat und das damit einhergehende Leid zu sprechen. Daher läuft auch ein Großteil unserer Arbeit im Verborgenen statt. Wir wollen den Menschen helfen und brauchen dafür die Schlagzeile auf der Titelseite nur bedingt.

Was sagen Sie jemandem, wenn das Opfer das Gefühl hat, dass die Täter nicht ausreichend oder gar nicht bestraft werden?
Schiemann: Die Justiz muss den Opfern das Gefühl geben, dass der Täter eine gerechte Strafe erhält. Ebenso wichtig ist aber der Umgang der Justiz mit dem Opfer. Leider werden viele Menschen, die Opfer einer Straftat wurden, vor Gericht zum reinen Beweismittel degradiert. Doch gerade diese Opferzeugen gilt es zu betreuen. Eine Aufgabe, die sich auch der WEISSE RING auf die Fahne geschrieben hat.

Können Sie eine Tendenz bei Gewalttaten beobachten? Wenn ja, welche?
Schiemann: Leider müssen wir beobachten, dass die Qualität der Brutalität enorm zugenommen hat. Eine Beißhemmung, wie es sie früher sogar unter Straßenschlägern gab oder eine Art von Ehrencodex wie ihn sogar
Fußball-Hooligans früher gehabt haben, existiert nicht mehr.

Was tun sie im Bezug auf Gewaltprävention?
Schiemann: Die Verhütung von Straftaten ist von Anbeginn an ein Satzungsziel unseres gemeinnützigen Vereins. In diesen Sektor haben wir in den vergangenen 34 Jahren mehr als 32 Mio. Euro investiert. Gerade in unseren Außenstellen wird die Prävention immer stärker angegangen. Jede verhinderte Straftat bedeutet
mindestens ein Opfer weniger.

Welche Frage wird Ihnen viel zuwenig gestellt und wie würden Sie diese beantworten?
Schiemann: Frage: “Wohin darf ich dem WEISSEN RING eine Unterstützung für seine Arbeit überweisen?”
Antwort: “Deutsche Bank Mainz, Konto-Nr 34 34 34, BLZ 550 700 40. Vielen
Dank!”

Was nervt Sie an Ihrer Arbeit?
Schiemann: Immer noch haben zu viele Menschen zu wenig Verständnis für Opfer von Kriminalität und Gewalt. Opfer haben sich nicht ausgesucht Opfer zu werden. Die Schuld trägt immer einzig und allein der Täter. Es macht mich zudem traurig, dass in der Jugendsprache die Bezeichnung “Opfer” abwertende Bedeutung erlangt hat.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Schiemann: Im WEISSEN RING engagieren sich 3.000 Menschen ehrenamtlich, um Mitbürgern zu helfen. Wenn diese es schaffen das Leid zu mildern und einem Opfer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern, dann freut mich dies massiv.

 
Und wie geht es mir jetzt? Um ehrlich zu sein, traue ich mich immernoch nicht alleine durch den Wedding. Das wird wohl noch eine Weile andauern. Im Moment organisiere ich mir immer jemanden, der mich begleitet, wenn ich zu unserem DARK HORSE INNOVATION-Büro fahre. Ich bin aber sicher, dass ich das auch alleine irgendwann wieder hinkriege.

Interview auf tagesschau.de: “Ich bin kein Held, weil ich im Rollstuhl sitze”

Freitag, den 4. Dezember 2009

Heute, zum “Welttag der Menschen mit Behinderung”, gab ich auf tagesschau.de ein Interview über die Integration von Menschen mit Behinderungen in Deutschland:

tagesschau.de: Hat der “Internationale Tag der Behinderten” eine Bedeutung für Sie?

Raul Krauthausen: Eigentlich ist es ein Tag wie jeder andere. Ich finde es nur schade, dass er so kurz nach dem Weltaidstag kommt und deswegen so wenig beachtet wird. Ich würde mir wünschen, dass an diesem Tag die mediale Öffentlichkeit ihre Aufmerksamkeit auf das Leben von Behinderten lenkt – und für Aufklärung sorgt.

Zum kompletten Interview auf tagesschau.de.

Der SOZIALHELD – ARD – “Echtzeit”-Beitrag vom 28. Juni 2009

Montag, den 29. Juni 2009

Vor ein paar Wochen war ein Kamerateam von der ARD bei den SOZIALHELDEN und mir. Sie haben eine Reportage über uns für das Magazin Echtzeit gemacht. Das Ergebnis kann man sich hier ansehen. Ich finde, dass es ein gelungener Beitrag ist und bin froh, dass die Behinderung keine allzu zentrale Rolle gespielt hat.

Pro Reli -> Pro Rolli

Dienstag, den 28. April 2009

Nachdem am vergangenen Sonntag die Pro Reli-Wahl in Berlin gescheitert ist, habe ich mir überlegt, könnte man so ein Günther Jauch-Werbeplakat
proreli

ja mal prima zu diesem Motiv hier ummodeln:
prorolli

Die SOZIALHELDEN in einem “dieGesellschafter”-Podcast

Dienstag, den 28. April 2009

So schnell kann es gehen: Gestern mittag kam Tim Pritlove bei mir vorbei um mit mir einen Podcast für dieGesellschafter aufzunehmen. Wir quatschten über die Motivation, die Gründung und Pläne der SOZIALHELDEN.

Nur 24 Stunden später kann man sich die Folge nun im Netz anhören. Ich glaube ich sollte auch Podcaster werden. Das macht richtig Spaß.

Podcast anhören: dieGesellschafter – Folge 10 – Die SOZIALHELDEN

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100.000 € durch Pfandtastisch-helfen!

Freitag, den 19. Dezember 2008

Die Berliner Tafel e.V. nimmt am Pfandtastisch-helfen! Projekt der SOZIALHELDEN teil. Seit knapp über einem Jahr sammelt die Berliner Tafel nun Pfandbons in Supermärkten. Heute gab es eine Pressekonferenz, zum Stand der aktuellen Spendeneinnahmen. Direkt neben einem Flaschenautomaten wurde hierzu ein riesiger Pfandbon präsentiert, auf dem die stolze Spendensumme von 107.267,74 € präsentiert wurde. Klasse, da sag ich nur:”Prosit!”.

Hier die Pressemeldung.